in der Kaisertruz von Görlitz

6./7. März 2004

Der Besuch beim Milzener e.V. in Melaune im letzten Jahr führte uns zu einer Einladung zum Kaiserfrühling. Der Milzener e.V. veranstaltet dieses Ereignis bereits mehrere Jahre. Das Fantasyweekend ist eine bunte Mischung zwischen Mittelalter und Rollenspiel. Neben den DSA-Rollenspielern traf man ebenso die Vertreter der Wargames "Warhammer" (Fantasy und 40k) und "Armalion". Uns interessierten mehr die Mittelalterstände und das Programm. Doch dazu später mehr. Für uns war es die erste Veranstaltung in diesem Jahr, und jeder wartete schon gespannt darauf.

Die Kaisertzrutz ist normalerweise ein Museum. Für dieses Wochenende verwandelte es sich von toter Geschichte in Erlebbare. Gleich am Eingang zeigten die Milzener ihr Handwerk. Sie beschäftigen sich ausführlich mit der Kleidung des 11./12. Jahrhunderts. Dabei beherrschen sie das Nähen und Sticken genauso gut wie das Herstellen von Kleidungsstücken mit Nadelbindung.

Als besonderen Höhepunkt der Veranstaltung empfanden wir die Beiträge über die Töpferkunst und das Teerschweelen. Der Beitrag über die Töpferkunst stand unter dem Gesichtspunkt "Slawische Tupperparty". Hier wurden die verschiedenen Gefäßformen erläutert, und es gab eine kurze Einführung in die Mustergestaltung. Als Besonderheit durften während des Vortrags zwei Zuhörer eigene Tonkrüge bauen.

Ein weiterer Vortrag war vom Museumsdorf Düppel aus Berlin eingeladen. Hier wurden einmal die unterschiedlichen Arten des Teerschweelens erläutert. Dabei wurde auch eine einfache Methode zur Pechherstellung für den Reenactor vorgestellt. Diese Methode ist zwar "A"-untypisch mit Blechdose und Warm festem PVC-Schlauch, aber für kleine Mengen zählt hier nur das Ergebnis.

Interessannt war auch ein Vortrag über die "Nähte und Stickereien im 11./12. Jahrhundert". Auch hier wurde sehr viel Wert auf Praxis und Nachnutzbarkeit gelegt. Am Eingang zeigte eine Tafel die praktischen Resultate. Alle verschiedenen Näh- und Sticktechniken waren hier an Beispielen dargestellt.

Uns hat das Wochenende sehr gut gefallen. Ich bin auch endlich einmal dazugekommen, einen Bretchenwebstuhl zu beginnen. Ich habe zwar die meiste Zeit damit verbracht herauszufinden, wie man es nicht machen sollte, aber es hat mir und den Zuschauern jede Menge Spaß gemacht.

André